Laos – der Süden – zwischen Höhlen und 4000 Inseln…

Mrz 5, 2013 in Laos, Unterwegs

Nachdem es uns im Norden von Laos so gut gefallen hatte, wollten wir auch den Süden des Landes natürlich noch erkunden. Während wir im Norden vor allem von der bergigen Landschaft begeistert waren, waren es nun im flachen Süden vor allem die Karsthöhlen und die Inseln im immer breiter werdenden Mekong, die uns gefallen haben.

Zunächst haben wir uns drei Tage in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, aufgehalten, um unsere Visa für Thailand zu besorgen. Dann ging es von dort aus über die langweilige, aber gut ausgebaute Hauptstrasse 13 weiter in den Süden – immer dem Mekong-Fluss und der Grenze mit Thailand entlang.

Bei der Ortschaft Vieng Kham sind wir auf die Strasse 8 abgebogen, welche bald durch eine spektakuläre Karstlandschaft mit schroffen Felsformationen führt. Einen Abstecher von hier zur Kong Lor Höhle ist unbedingt zu empfehlen. Die 7 km lange Höhle wird von einem Fluss durchflossen und kann durchgehend mit dem Boot befahren werden. Eine Tour dauert mindesten 2,5 Stunden. Teilweise ist die Höhle bis zu 100 m hoch und gelegentlich ebenso breit. Der grösste Teil der riesigen Höhle ist nicht beleuchtet. Nur ein paar grosse Tropfsteine am Anfang der Höhle werden angestrahlt. Eine Taschenlampe sollte man daher mitbringen und ausserdem wasserfeste Sandalen, da man gelegentlich aus dem Boot aussteigen muss, damit es über Untiefen (während der Trockenzeit) gezogen werden kann.

In Lak Xao sind wir dann auf die 8S nach Süden abgebogen. Hier ist die Strasse noch nicht asphaltiert, sehr staubig und führt für einige Kilometer über unangenehm holprige Steine. Mit unseren GS kein Problem, aber die Touristen auf den kleinen Rollerchen, die uns entgegen gekommen sind, haben uns leid getan. Diese Route wird als „Loop“ im Lonely Planet Reiseführer empfohlen. Daher sind hier  immer wieder Backpacker auf gemieteten Rollern unterwegs.

Nachdem wir den holprigen und staubigen Teil hinter uns gebracht hatten, erwartete uns ein besonderer Anblick am Nam Theun Dam, einem grossen Stausee. Man fährt hier von Insel zu Insel durch den Stausee – über die Gipfel ehemaliger Hügel – und an den Rändern des verzweigten Sees stehen die Skelette unzähliger abgestorbener Bäume, die ihre kahlen Äste in den Himmel strecken. Ein bizarre Landschaft und ein faszinierender Anblick. Hier ist die Strasse geschottert und man kommt wieder deutlich schneller voran.

Die Städte Thakhek und Savannakhet konnten uns beide nicht überzeugen und sind unserer Meinung nach den Besuch nicht wert. Hübsch ist aber das kleine Dorf Tad Lo mit den vielen Wasserfällen ringsrum, nicht weit von der Hauptstrasse Nr. 20 zwischen Pakxe und Salavan gelegen. Wir sind von dort aus dann weiter bis Sekhong gefahren und dann noch etwas weiter südlich bei Phoukham in Richtung auf das Bolaven Plateau abgebogen. Die Gegend ist wieder hügeliger und vor allem durch den Kaffee-Anbau geprägt.

Die staubige Strasse über das Bolaven Plateu nach Pakxon führt durch einsame Natur. Es gibt nur vereinzelte Dörfer neben der Strasse, die gerade abschnittsweise recht massiv ausgebaut wird. Verkehr gibt es kaum. Unterwegs hat man die Chance einige beeindruckende Wasserfälle, wie den Katamtok, zu besuchen.

Ab Pakxong zurück nach Pakse macht die Fahrt wenig Spass – die Strasse wird auch hier intensiv ausgebaut und man fährt zusammen mit dem immer dichter werdenden Verkehr andauernd durch staubige Baustellen. Interessant ist hier aber das besondere Klima – kühler als weiter unten in der Ebene. Neben der Strasse stehen Kiefern und riesige Kaffeeplantagen erstrecken sich jenseits davon.

Ein letztes Highlight unseres Besuchs in Laos war der Aufenthalt bei den „4000 Islands“ ganz im Süden, fast an der Grenze zu Kambodscha. Der Mekong erreicht hier seine grösste Breite (bis zu 14 km während der Regenzeit) und ist voller Inseln – ob es allerdings wirklich 4000 sind…? Zwischen den südlich gelegenen Inseln fällt der riesige Fluss über schroffe Felsen in Stromschnellen und über Wassefälle einige Meter tosend und brodelnd hinab…. Ein wirklich beeindruckender Anblick!

Wir hatten als Ausgangpunkt die Insel Khong gewählt, auf die man mit dem Motorrad einfach übersetzen kann, und sind dann von dort aus mit einem Passagierboot durch die Inseln nach Don Det gefahren, wo wir uns Fahrräder gemietet haben.

Insgesammt hat uns der Süden nicht ganz so gut gefallen wie der Norden – aber er war dennoch den Besuch wert. Die Highlights waren für uns die Kong Lor Höhle und die 4000 Island.

Und noch eine Warnung: In vielen Karten ist die Strasse 18 zwischen Attapeu und der Hauptroute Nr. 13 als asphaltierte Hauptstrasse eingezeichnet. Wir sind dort glücklicherweise nicht lang gefahren (hatten es jedoch überlegt), wissen aber von anderen, dass sie alles andere als eine Hauptstrasse ist, sondern viel mehr eine Dschungelpiste in schlechtem Zustand mit richtig schwierigen und tiefen Flussdurchfahrten. Das ganze sollte man besser nur mit leichten Geländemaschinen angehen.

Mehr Bilder in unserer Fotogalerie Laos

Hier ist unsere Route durch den südlichen Teil von Laos. Wenn ihr die GPS-Daten haben wollt, schickt uns einfach eine Nachricht.

Reiseinfos Laos

Visum – 30 Tage bei Einreise an der Grenze erhältlich (30 US$), kann im Land verlängert werden

Benzin – überall erhältlich, meistens nur 91 Oktan

Währung – Lao Kip. 10000 Kip sind ca. 1 EUR

Geldautomaten – ATM gibt es in fast jeder Stadt und in den Touristenorten; es fallen Automatengebühren an von 2 bis 4 EUR

Strassen – von wilder Dschungelpiste bis gut ausgebauter 4-spuriger Strasse ist alles zu finden. Die Hauptstrassen sind fast alle asphaltiert und in gutem Zustand. Wer aber Abenteuer sucht, der kann es einfach finden.

Kosten – Essen ab ca. 20000 Kip (2 EUR), Bier ca. 10000 (1 EUR) Kip, Guesthouses je nach Ort ab ca. 50000 -100000 Kip (5-10 EUR) pro Zimmer

Verkehr – nur sehr wenig; es wird rechts gefahren.

Carnet de Passage? – wir haben es benutzt, aber es ist keine Pflicht.

Fähren – die Fähren über die Flüsse sind recht teuer. Wir haben pro Motorrad zwischen 20000 und 50000 Kip bezahlt.